Viele Barrieren behindern Inklusion

Bundesbehindertenbeauftragter Hubert Hüppe spricht über Teilhabe an Schule und Beruf



Veranstaltung des Behindertenbeirates Höxter mit dem  Bundesbehinderten-beauftragten Hubert Hüppe (stehend 4. von links) im Historischen Rathaus in Höxter zum Thema »Inklusion in Schule und Beruf«  mit Fred Schmitz vom Kreis Höxter (stehend von links), Hans Markus  (Lebenshilfe), Bürgermeister Alexander Fischer, Dietmar Overbeck  (Förderschulleiter) und VHS-Leiter Rainer Schwiete sowie die  Vorsitzenden des Beirates Marianne Winkelhahn (vorne von links) und Inge  Paare-Renkhoff. Foto: Herbert Sobireg

»Wir sollten die Inklusion voran treiben, sie ist es wert. Erst dann sehen wir, was alles möglich ist.« Dieses Fazit hat VHS-Leiter Rainer Schwiete nach dem Vortrag des Bundesbehindertenbeauftragten Hubert Hüppe und anschließender Diskussion mit zahlreichen Experten und Zuhörern gezogen.


In seinem Grußwort würdigte Bürgermeister Alexander Fischer zunächst das  Engagement des Behindertenbeirates Höxter mit den
Vorsitzenden Marianne  Winkelhahn und Inge Paare-Renkhoff, die nach dem Landesbeauftragten nun den  Bundesbehindertenbeauftragten dafür gewinnen  konnten, über das  brennende Thema »Inklusion in Schule und Beruf« zu
sprechen und zu diskutieren.

»Früher waren behinderte und nichtbehinderte Menschen getrennt, heute werden sie zusammen unterrichtet. Behinderte wollen heute nicht mehr ausgegrenzt werden, wollen keine Sonderbehandlung, sondern sie wollen gemeinsam mit Nichtbehinderten die Probleme des Alltags bewältigen - von der Schule an über die Ausbildung bis ins Berufsleben. Das ist Inklusion«, sagte Marianne Winkelhahn in ihrer Begrüßung.

Dort setzte der Vortrag von Hubertus Hüppe aus Werne im Kreis Unna an: »Teilhabe am gemeinsamen Leben, das ist ein Lebensrecht, es beginnt bereits im vorschulischen Bereich.« Doch man tue sich mit der Umsetzung von Inklusion noch sehr schwer. Beispielsweise habe er noch nicht die Logik erkannt, warum sehbehinderte Kinder mit behinderten Kindern beschult werden und nicht mit gesunden Kindern. »In den 1960er Jahren gab es keine Schulpflicht für behinderte Kinder. Dann hat die Lebenshilfe Werkstätten gebaut, dann auch Wohnstätten, um ihnen zu helfen. Heute kämpfen Eltern dafür, dass die behinderten mit nichtbehinderten Kindern gemeinsam lernen könne.« Doch es müssten noch viele Hürden genommen werden, auch vor den Schulen und den Pädagogen. 
»Alle reden von Inklusion, wollen unbedingt die gemeinsame Beschulung, aber überall findet man noch Barrieren für behinderte Menschen, die anscheinend nur schwer übersprungen werden können«, sagte Hubert Hüppe.

Artikel im Westfalen-Blatt von Herbert Sobireg vom 17.05.2012

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